Die Ausstrahlung des Films “Die Passion Christi“ – mit Diskussionsrunde:
Wer traut den Zusehern nicht eine eigeständige Stellungnahme zu und nimmt eine Beurteilung vorweg, bevor der Film gezeigt wird?
In der psychologischen Forschung zeigen Test, dass Vorurteile stärker sind als logische Beweise. Wie solche Vorurteile gebildet werden, ist hier deutlich sichtbar. Es gab Beiträge, die diesen Film als Gewaltfilm abstempelten.
Ich lernte einmal, dass Kinder nicht deshalb Arzt spielen, weil sie alle von diesem Beruf begeistert sind, sondern weil sie Angst vor den Ärzten haben, und so damit fertig werden wollen. Nur so kann ich mir erklären, warum in vielen Filmen Gewalt, Krieg und Not ein Thema ist. Doch wo ist da dann das Gute, wenn die „Guten“ genauso schießen und töten, um die „Bösen“ zu besiegen. Gewalt wird nicht durch Gewalt weniger, und Hass nicht durch Hass, Tod nicht durch Blutrache, Krieg nicht durch Krieg.
Für mich ist aber beim Ansehen der Weg Jesu erkennbar geworden, wie Gewalt überwunden wird – nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe, Vergebung und Gottes Kraft. Schon zu Beginn wird das Thema genannt: Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Er wurde für uns bestraft – und wir? Wir haben nun Frieden mit Gott! Durch seine Wunden sind wir geheilt. (Jesaja 53:5) Jesus habe ich in diesem Film als den gesehen, der die Schuld und den Schmerz aller Täter und aller Opfer der Welt tragen konnte. Er vergab, als er für seine Mörder um Vergebung bat. Denn Jesu Auferstehung – die Bestätigung, dass sein Opfer vollständig war – ist das Ende der Botschaft. Wäre Jesus nicht auferstanden, dann könnte man dieses Konzept der Liebe vielleicht verwerfen und ihn als idealistischen Verlierer bezeichnen, aber so nicht. Er hat den Hass und den Tod überwunden. Meine Meinug ist: Jeder, der mit Jesus auf demselben Weg ist, wird auch mit ihm an dasslbe Ziel kommen.
Da erschütterte es mich besonders, als ich aus der Diskussion entnahm, welch tiefe Spuren es im Bewußtsein hinterlassen hat, dass Menschen es wagten, sich nach Jesus Christus zu nenen, und diesen Weg der Liebe und Achtung, der Vergebung und des Segnens nicht mit ihm zu gehen. Ich wünsche von ganzem Herzen, dass es genug Beispiele echten Lebens in der Gesinnung Jesu geben wird, um diese Bilder zu überschreiben.